Wangen im Allgäu-Lexikon

Die Stadt Wangen im Allgäu befindet sich im Südosten des Bundeslandes Baden- Württemberg und wird dem Westallgäu zugeordnet. Nach Ravensburg ist Wangen die zweitgrößte Stadt im Landkreis Ravensburg und ist das Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Bis zum Jahre 1972 war Wangen eine Kreisstadt und gehörte zum Landkreis Wangen. Seit 1973 ist sie in den Landkreis Ravensburg eingegliedert und wurde zur Großen Kreisstadt ernannt. Bekannt ist Wangen als Brunnenstadt und ist auch für seinen Bauernmarkt berühmt. Auf diesem wird immer noch mit Kleintieren aus der Umgebung gehandelt - bis heute. Wangen im Allgäu befindet sich direkt am nördlichen Ufer der Oberen Argen in der Region des Westallgäuer Hügellandes. Im Nordesten von Wangen fließt die Untere Argen entlang, die sich im Südwesten von Wangen mit der Oberen Argen vereint. Sehenswert ist in Wangen in jedem Fall der historische Stadtkern und auch die jüngeren Stadtteile in der näheren Umgebung haben ihren ganz besonderen Reiz. An die Stadt Wangen im Allgäu grenzen die interessanten Städte Amtzell, Vogt, Kißlegg, Argenbühl, Hergartz und Hergenweile sowie Achberg und Neukirch. Zu den Stadtteilen von Wangen und auch zur Kernstadt gehören noch weitere Wohnplätze, die teilweise über einen eigen Namen verfügen. Diese Bezeichnungen haben sich im Laufe der Jahre durch die Bebauung ergeben und haben keine genau festgelegten Grenzen. Teilweise handelt es sich hierbei auch um Gemeinden, die ehemals selbständig waren und im 20. Jahrhundert eingegliedert wurden. Wangen ist nicht nur eine besonders schöne Stadt, die zum Bummeln und Shoppen einlädt, sondern ist auch eine Stadt mit einer hohe Tourismusdichte.

Die Stadtgeschichte von Wangen im Allgäu

Die erste Besieldung des heutigen Wangen im Allgäu geht auf das Jahre 496 zurück, als sich hier eine alemannische oder fränkische Sieldung aus der Zeit der Unterwerfung durch den Frankenkönig Chlodwig ansiedelte. In einer Urkunde des Kloster St. Gallen aus dem Jahre 815 wird Wangen erstmals urkundlich ernannt. Damals schenkte der freie Alemanne Hadubert dem fränkischen Reichskloster ein Bauerngut sowie einen Wald. Die Besitztümer des Klosters wurden im 10. Jahrhundert durch Schenkungen, Kauf und Tausch enorm erweitert und bis zum 12. Jahrhundert entstand hier im sog. Niederdorf ein Kellerhof, der die Liegenschaften verwaltete. Durch den Abt von St. Gallen wurde etwas außerhalb des Niederdorfs ein Markt errichtet, sodass sich hier Kaufleute und Handwerker ansiedelten. Dieser Bereich bildete schnell den Mittelpunkt der Oberstadt, die bis in das 13. Jahrhundert hineinen mit Toren verschlossen und von einer Mauer, Wällen und Gräben umgeben war. In einer Urkunde von 1217 bestimmte der Kaiser Friedrich II, dass die Schutzherrschaft Wangens im Allgäu immer in königlicher Hand bleiben sollte. So hatte Wangen bereits zu dieser Zeit vermutlich schon Stadtrechte. Nachdem der letzte Hohenstaufen hingerichtet wurde, konnte sich Wangen in seiner Unabhängigkeit behaupten. Im Jahre 1286 kam es dann durch König Rudolf I von Habsburg zur Freien Reichsstadt. Wangen entwickelte sich im Laufe der nächsten Jahrhunderte zu einer interessanten Stadt und hatte bereits im 14. Jahrhundert viele Zünfte, die ihren Einfluss ausübten. Vor alle der Export von Sensen und Leinwand sorgte für reichlich Geld in den Kassen. Leiden musste Wangen im Dreißigjährigen Krieg und durch die Pest. Im Jahre 1802 verlor Wangen den Status der Reichsstadt und wurde ein Teil des Königreiches Bayern. 1936 legte man den Stadtnamen Wangen im Allgäu fest und im Jahre 1973 erfolgte die Erhebung zur Großen Kreisstadt.

Kultur und Sehenswerts in Wangen im Allgäu

In den Jahren 1539, 1793 und 1858 wurden ganze Straßenzüge in Wangen im Allgäu durch Stadtbrände zerstört. Und trotzdem bildet die Altstadt von Wangen ein malerisches Bild, mit vielen Gebäuden, die aus dem frühen Mittelalter bis hin zum späten Barock stammen. Zudem gibt es sehr viele Museen, die einen Besuch in Wangen im Allgäu zu einem ganz besonderen Erlebnis werden lassen. Überaus interessant ist das Heimatmuseum in der Eselmühle, dass im Jahre 1974 in der Mühle eröffnet wurde, die die Stadt bereit 1969 erworben hatte. Hinter dem laufenden Mühlenrad zeigt das Museum die originale Einrichtung dieser traditionsreichen Mahlmühle. Des Weiteren befindet sich hier eine Sammlung über die Geschichte der Stadt Wangen und eine Sammlung von vielen mechanischen Musikinstrumenten. Auch sehr interessant ist das Käsereimuseum, das Museum zur Fasnacht in Wangen sowie das Deutsche Eichendorff Museum mit dem Gustav Freytag Museum. Auch die Theaterlandschaft kann sich in Wangen im Allgäu durchaus sehen lassen, denn in der Hägenschmiede gibt es einen Mehrzwecksaal, der für Kleinkunstprogramme und Ballettaufführungen hergenommen wird. In der Stadthalle von Wangen finden sehr häufig Konzerte statt und auch Theatervorführungen, Versammlungen, Vorträge zu den unterschiedlichsten Themenbereichen sowie Tanzbälle. Bekannt ist Wangen im Allgäu auch wegen der Wangener Gespräche, die seit 1951 in Verbindung mit dem Wangenr Kreis und der Stiftung Kulturwerk Schlesien einmal im Jahr, im September, stattfinden. Hierbei handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen ehemals Vertriebenen und Einheimischen, die das Kennenlernen der östlichen Nachbarvölker fördern wollen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird auch jedes Jahr der Eichendorff Literaturpreis verliehen.

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Text (c) 2017: C. H.

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