Rottachtalsee im Allgäu-Lexikon
Der Rottachtalsee wird auch Rottachtalsperre, Rottachsperre oder Rottachspeicher genannt
und ist der Stausee der Rottach, der 4,8 Kilometer lang ist und eine Fläche von 296 Hektar
ausmacht. Er befindet sich rund 15 Kilometer in südlicher Richtung von der Stadt Kempten
entfernt, im Landkreis Oberallgäu. Bereits im Jahre 1904 stellte man die ersten Überlegungen
zum Bau eines Stausees im Rottachtal an. Allerdings konnte man sich erst im Jahre 1936 zu
konkreteren Plänen durchringen und ein Jahr später fanden die ersten eingehenden
Untersuchungen des Geländes statt. Zunächst sprach man hierbei über die Zusammenlegung
von drei Seen mit einer Fläche von mehr als 1000 Hektar. Das Projekt sollte zum einen der
Erzeugung von Strom dienen und zum anderen eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die
nationalsozialistischen Machthaber sein. Aufgrund des Krieges verfolgte man dieses
Großprojekt allerdings nicht weiter und erst in den Nachkriegsjahren, nahm man den
Gedanken wieder auf. Der Energiebedarf war zu dieser Zeit sehr hoch und doch sträubten sich
viele Bauern dagegen, ihr Land zu verkaufen. So ließ man das Projekt bis in die 1970er Jahr
ruhen. Dann nahm sich der Bayerische Staat dieser Angelegenheit an, wobei nicht die
Erzeugung von Strom der Hauptgrund war, sondern eher wasserwirtschaftliche Gründe.
Zudem plante man den Stausee nun drei mal so groß als bei der letzten Planung. Zudem
wurde es aufgrund der Regelerhöhungen an Iller und Donau bei Niedrigwasser erforderlich,
etwas für die Sicherung der Trinkwassergewinnung und für das Kühlwasser des
Atomkraftwerks an der Donau zu zun. Allerdings waren die Widerstände gegen diesen
Eingriff in die Natur immer noch sehr hoch. Größere Proteste gab es aber erst in den 1980er
Jahren, als man bereits mit dem Bau des Stausees begonnen hatte. Jedoch konnte der Bau
weder durch eine Petition am Bayerischen Landtag noch durch eine Klage vor dem
bayerischen Verwaltungsgerichtshof gestoppt werden. Bis heute zweifeln viele Naturschützer
immer noch an der Notwendigkeit des Stausees, der im Jahre 1992 in Betrieb genommen
wurde.


