Oberstaufen im Allgäu-Lexikon
Oberstaufen ist ein Markt, der sich im Landkreis Oberallgäu befindet. Zu dem Markt gehören
die Ortsteile Thalkirchendorf, Steibis und Aach. Der Ort Stoufen wurde im Jahre 868 n. Chr.
in einer Beurkundung des Klosters St. Gallen erstmals urkundlich erwähnt und gehört seit den
Friedensverträgen von Brünn und Preßburg im Jahre 1805 zum Bundesland Bayern. Damals
war Oberstaufen ein Teil der Grafschaft Königsegg-Rothenfels und wurde durch die
bayerische Regierung im Jahre 1892 in Oberstaufen umbenannt. Ein Zusammenschluss der
Gemeinden Aach, Thalkirchdorf und Oberstaufen zum neuen Markt Oberstaufen erfolgte im
Jahre 1972. Das Besondere an Oberstaufen ist, dass es ein heilklimatischer Kurort und ein
Schroth-Heilbad ist. Im Jahre 1949 führte der Kurarzt Dr. med. Hermann Brosig hier die
Schroth-Heilkur ein, in dessen Folge Oberstaufen im Jahre 1959 das Prädikat Schrotkurort
erhielt. Seit dem 10. Dezember 1969 ist Oberstaufen dann auch als heilklimatischer Kurort
anerkannt. Die vielen Besucher, die sich hier erholen, können eine ganze Reihe von
kulturellen Veranstaltungen und Museen besuchen. In regelmäßigen Abständen ist das
Kurhaus Oberstaufen, die Festhalle Steibis und der Thaler Festsaal der Aufführungsort von
vielen Konzerten. Zudem finden im Kurhaus und im Thaler Festsaal immer wieder
Theateraufführungen statt. Ein sehr interessantes Museum ist u.a. das Heimatmuseum „Beim
Strumpfar" sowie das Bauernhofmuseum „S´Huimatle". Des Weiteren sehr interessant ist die
Schaukäserei, an die eine Käseschule angegliedert ist. Wie in vielen anderen Gebieten im
Allgäu auch, werden Traditionen in Oberstaufen groß geschrieben. So findet jedes Jahr am
Faschingsdienstag der historische Fasnatziestag statt, der an die Pest erinnert. Der Butz reinigt
am diesem Tag mit einem Besen die Teilnehmer des Festes sowie die Eingänge der Häuser
symbolisch von der Pest. Am Abend stirbt er, pünktlich zum Gebetsleuten, dann den
plötzlichen Pesttod.


